scientific consulting  accompanied by  legal advice

meyer.science ist spezialisiert auf die natur­wissenschaft­liche Be­ratung von natio­nalen und inter­natio­nalen Firmen der Lebens­mittel‑, Kosmetik- und Pharma­branche. Darüber hinaus erstreckt sich unsere Be­ratung auf die Ge­biete der Lebens­mittel­kontakt­materialien und sonstiger Verbraucher­produkte wie Spiel­zeug und Text­ilien.

Dabei pro­fitieren unsere Kunden von der Um­setzung eines inter­disziplinären An­satzes; die enge Zusammen­arbeit mit unserem Ko­operations­partner meyer.rechtsanwälte er­möglicht unseren Kunden eine natur­wissen­schaftliche und recht­liche Be­ratung aus einer Hand.

Die enge Zu­sammen­arbeit mit einem aus­ge­dehnten Netz­werk euro­päischer und weiterer inter­nationaler Ex­perten, welches es uns er­möglicht, die Be­sonder­heiten der je­weiligen Märkte in unsere Be­ratung mit ein­zu­be­ziehen, rundet unser Con­sulting Angebot ab.

Wert­volle Erfahrungen gewinnen wir schließ­lich durch unser zu­sätzliches Eng­agement in zahl­reichen Ver­eini­gungen, unsere Pub­lika­tionen in ein­schläg­igen Fach­medien und die Organ­isation von Konf­erenzen und Seminaren. Die da­durch erschlos­senen Kontakte zu Be­hörden und Ver­bänden kommen auch unseren Kunden zu­gute. 

Dr. Uta Verbeek
Geschäftsführerin


Aktuelle Informationen

Als weitere Arbeit über Referenzwerte für die Aufnahme von Nährstoffen ("dietary reference values", DRVs) veröffentlichen die Ernährungsexperten der EFSA ihre ersten Empfehlungen zu Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe). Die beiden wissenschaftlichen Gutachten über die Mineralstoffe Fluorid und Molybdän folgen früheren Empfehlungen zu DRVs für Energie, Makronährstoffe – Protein, Fette, Kohlenhydrate – Ballaststoffe und Wasser. Die EFSA wird eine Reihe weiterer Gutachten zu DRVs für Mikronährstoffe veröffentlichen, einschließlich für Vitamin C, Folat, Eisen, Zink, Calcium und Jod.

Fluorid hat keine essentielle Funktion für das Wachstum und die Entwicklung des Menschen und es wurden keine Manifestationen von Fluoridmangel beobachtet. Fluorid ist für die Zahnentwicklung nicht essentiell, seine Rolle bei der Zahnkaries-Vorbeugung ist aber seit vielen Jahren bekannt. Das NDA-Gremium schlägt für Fluorid eine ausreichende Aufnahme ("adequate intake", AI) von 0,05 mg/kg Körpergewicht pro Tag für Kinder und für Erwachsene vor, einschließlich schwangerer und stillender Frauen. Die AI umfasst die Fluoridaufnahme aus allen Quellen, einschließlich Nichtnahrungsquellen, wie z. B. Zahnpasta und andere Zahnpflegeprodukte.

Die Scientific Opinion lässt sich bei der EFSA herunterladen.

Molybdän kommt im Körper nur in geringen Mengen vor, ist aber bei einigen wichtigen biologischen Vorgängen beteiligt. Bei gesunden Menschen wurde kein Molybdänmangel beobachtet. Das NDA-Gremium schlägt eine AI von 65 µg/Tag für Erwachsene vor, einschließlich schwangerer und stillender Frauen, und AIs im Bereich von 10 bis 65 µg/Tag für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche.

Die Scientific Opinion lässt sich bei der EFSA herunterladen.

 

Die EFSA hat 6 neue Opinions veröffentlicht, in denen die beantragten health claims positiv bewertet wurden. Es handelt sich dabei um einen Art.13 health claim, 4 Art.14 Kinder-claims und 1 Art.14 risk-reduction-claim:

Bei den einzelnen claims handelt es sich im Speziellen um die folgenden:

Art. 13(5):

  • "Non fermentable" carbohydrates and maintenance of tooth mineralisation by decreasing tooth demineralization

Art. 14:

  • Magnesium and contribution to normal development of bone (für Kinder bis 3 Jahre)
  • Iron and contribution to normal cognitive development (für Kinder bis 3 Jahre)
  • Vitamin A and contribution to normal development and function of the immune system (für Kinder bis 3 Jahre)
  • Increasing maternal folate status by supplemental folate intake and reduced risk of neural tube defects (für Frauen im gebärfähigen Alter)
  • Combination of artichoke leaf dry extract standardised in caffeoylquinic acids, monacolin K in red yeast rice, sugar-cane derived policosanols, OPC from French maritime pine bark, garlic dry extract standardised in allicin, d-α-tocopheryl hydrogen succinate, riboflavin and inositol hexanicotinate in Limicol® and reduction of blood LDL-cholesterol concentrations (für Erwachsene)

Die wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA sind zu dem vorläufigen Schluss gelangt, dass die aufgenommene Nahrung bei allen Bevölkerungsgruppen die hauptsächliche Quelle für eine Exposition gegenüber Bisphenol A (BPA) darstellt und dass die Exposition geringer ist als frühere Schätzungen der EFSA ergaben. BPA ist eine chemische Verbindung, die in Lebensmittelkontaktmaterialien, beispielsweise Verpackungen, aber auch in anderen Verbrauchsgütern Verwendung findet. Bei der aktuellen Bewertung der BPA-Exposition handelt es sich um die erste der Behörde seit 2006 sowie die erste, bei der sowohl Nahrungs- als auch Nicht-Nahrungsquellen berücksichtigt werden (darunter Thermopapier und umweltbedingte Ursachen wie Luft und Staub). In einem zweistufigen Verfahren im Rahmen ihrer vollständigen Risikobewertung von BPA holt die EFSA derzeit Rückmeldungen zu ihrem Entwurf einer Bewertung der diesbezüglichen Verbraucherexposition ein. In einer späteren Phase wird die Behörde dann eine öffentliche Konsultation über den zweiten Teil ihres Gutachtenentwurfs durchführen, dessen Schwerpunkt auf der Bewertung der potenziellen Gesundheitsrisiken für den Menschen durch BPA liegen wird.

Die VERORDNUNG (EU) Nr. 609/2013 vom 12. Juni 2013 über Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung gilt ab 2016.

Diese neue Verordnung schafft das bisherige "Diät"-Recht ab. Statt eines umfassenden, wenn auch lückenhaften Diätrechts gibt es zukünftig nur noch wenige Rezepturvorgaben bzgl. einzelner Lebensmittelkategorien: Säuglinge und Kleinkinder, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung.

Bzgl. Sportlernahrung dürfte die Verordnung bereits jetzt das Aus sein. In Erwägungsgrund 32 heißt es hierzu:

"Bei Lebensmitteln für intensive Muskelanstrengungen, vor allem für Sportler, konnte keine Einigung über besondere Vorschriften erzielt werden, da die Ansichten der Mitgliedstaaten und Interessenträger über Geltungsbereich, Zahl der Unterkategorien, der zu berücksichtigenden Lebensmittel, Kriterien für die Festlegung der Zusammensetzungsanforderungen und potenzielle Auswirkungen auf die Innovation bei der Produktentwicklung weit auseinandergingen. Daher sollten zum jetzigen Zeitpunkt keine besonderen Vorschriften ausgearbeitet werden. Auf Grundlage der von den Lebensmittelunternehmern eingereichten Anträge ist für die einschlägigen Anträge inzwischen in Einklang mit den Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 die Zulassung erwogen worden."

Es zeigt sich schon seit einiger Zeit, dass Werbeaussagen bzgl. Sportler der Zulassung nach der Health ClaimVO 1924/2006 benötigen, ohne aber unzulässig sind.

Die Verordnung gibt es hier zum herunterladen.

 

Die EU-Kommission hat Anfang Juli 2013 den endgültigen Verordnungsentwurf "SANCO/10680/2013 – revision 5" präsentiert und an die betroffene Wirtschaft weitergeleitet Bei den Signalwerten sind gegenüber dem letzten Entwurf, der erst am 24. Juni 2013 erschien, keinerlei Änderungen mehr erfolgt. Die im Anhang dieses Entwurfes aufgeführten Signalwerte sollen lediglich dazu dienen, die Notwendigkeit weiterer Nachforschungen der Ursachen der Acrylamid-Bildung festzustellen. Als Grenzwerte im Rahmen einer Sicherheitsbewertung sollen diese Signalwerte jedoch nicht herangezogen werden.

In Fällen, in denen während des Monitorings die für die jeweilige Lebensmittelkategorie festgesetzten Signalwerte überschritten wurden, sollen bei Behördenermittlungen auch die von den Lebensmittelunternehmern eingerichteten HACCP- oder ähnliche Systeme überprüft werden. Dabei soll gemeinsam mit den Unternehmern geklärt werden, ob alle Produktionsschritte, die hinsichtlich einer Acrylamid-Bildung anfällig sind, identifiziert und adäquate Maßnahmen zur Kontrolle dieser getroffen wurden.

Die EU-Kommission kündigte weiterhin einen Acrylamid-Workshop für Ende Oktober/Mitte November 2013 an. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die Wirtschaft detaillierte Informationen vorlegen, wie die Acrylamid-Thematik in den HACCP- oder ähnlichen Systemen der Unternehmen verankert ist.

„Beauty Claims“ – Ein Beispiel abstrusen Vorgehens bei der Umsetzung der Health-Claims-Verordnung

Der erste offi zielle Teil der im Sammelverfahren beantragten Health Claims wurde von der EU-Kommission am 16. Mai 2012 in Form der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassen. Diese Verordnung gilt seit dem 14. Dezember 2012 und umfasst 222 zugelassene Health Claims.

Den gesamten Artikel gibt es in der DLR 07/2013.

Seit dem 1. Juni 2013 gilt die EU-Liste der zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe, und frühere EU-Richtlinien werden durch eine einzige Verordnung ersetzt. Die EU-Liste – der Unternehmer der Lebensmittelbranche entnehmen können, welche Zusatzstoffe in welchen Mengen und zu welchen Zwecken in Lebensmitteln verwendet werden dürfen – ist auch das Ergebnis von fünf Jahren wissenschaftlicher Beratung der EFSA, infolge derer einige Zusatzstoffe vom Markt genommen bzw. einige Verwendungszwecke verboten wurden. Die neue EU-Liste stärkt den Verbraucherschutz und sorgt für mehr Klarheit für Lebensmittelunternehmer.

Die EU-Kommission hat unter diesem Link eine Datenbank der Zusatzstoffe etabliert.

Plädoyer für einen Paradigmenwechsel

Den gesamten Artikel gibt es in der DLR 06/13.

Hintergrund ist eine Studie zur Frage der "Phthalat-Belastung der Bevölkerung in Deutschland: Expositionsrelevante Quellen, Aufnahmepfade und Toxikokinetik am Beispiel von DEHP und DINP", welche vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) im Rahmen des Umweltforschungsplanes des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) durchgeführt wurde. Ziel war, die Exposition der Bevölkerung gegenüber DEHP zu schätzen und die Aufnahmepfade zu bestimmen.

Dazu wurden Daten der vergangenen 20 Jahre zum Verzehrsverhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland sowie die verschiedenen Aufnahmepfade über 37 Lebensmittelgruppen, Spielzeug, Verbraucherprodukte aus Kunststoffen wie Schuhe, Kosmetika, Textilien, Hausstaub und die Innenraumluft von Autos berücksichtigt. Laut BfR und UBA können erstmals verlässliche Aussagen zur Gesamtbelastung der Bevölkerung in Deutschland mit DEHP und zu den Aufnahmepfaden getroffen werden.

Welchen Beitrag die verschiedenen Aufnahmepfade dabei spielen, könne durch die Studie des BfR nun wesentlich besser erklärt werden. 

Die Studie ist unter diesem Link abrufbar

Die Europäische Kommission veröffentlicht eine Leitlinie zur Aufstellung von Toleranzen bei Schwankungen von Nährwertgehalten, die im Rahmen der Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln ausgewiesen sind.

Zweck dieses Dokumentes ist es, den Überwachsungsbehörden, so wie auch Lebensmittelherstellern Anhaltspunkte zu liefern, in welchem Maße Schwankungen zwischen den in der Nährwertkennzeichnung deklarierten Werten und den tatsächlich enthaltenen Nährstoffgehalten akzeptabel sind.

Diese Leitlinie ist nicht nur im Rahmen der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 hilfreich, sondern auch sowohl für die Nährwertkennzeichnungen von Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln, als auch für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.

Es wird empfohlen, dass in einer knapp zweijährigen Übergangsphase mit der Anwendung dieser neuen Ansätze begonnen wird und gegebenenfalls auch eine Anpassung bereits bestehender Ansätze für Toleranzen erfolgt.

Guidance zum Download

Übersichtstabelle zum Download

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority; EFSA) hat am 19. Oktober 2012 eine Stellungnahme zu Gesundheitsrisiken von Ammonium aus Wasserfilterkartuschen veröffentlicht.

Auf Anfrage der Europäischen Kommission bewertete die EFSA mögliche Einflüsse auf die menschliche Gesundheit durch aus Wasserfilterkartuschen freigesetztes Ammonium. Die EFSA sollte insbesondere klären, ob Ammonium-Gehalte zwischen 0,5 mg/l und 5 mg/l in Wasser ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen, vor allem wenn das Wasser über einen längeren Zeitraum und von gefährdeten Verbrauchergruppen aufgenommen wird.

In Anbetracht der sehr hohen endogenen Ammonium-Produktion des menschlichen Körpers im Vergleich zur Aufnahme durch Wasser aus Wasserfilterkartuschen, kam die EFSA zu dem Schluss, dass die zusätzliche Ammonium-Aufnahme durch Wasser aus Wasserfilterkartuschen vernachlässigbar sei und kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt; auch nicht für gefährdeten Verbrauchergruppen.

EFSA Statement zum Download

Die Europäische Kommission hat am 1. Oktober 2012 die folgenden beiden Rechtsvorschriften erlassen:

1. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 872/2012 der Kommission zur Festlegung und Aufnahme der Liste der Aromastoffe in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 über Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln.

Diese Verordnung enthält eine neue EU-Liste der Aromastoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden können; sie gilt ab dem 22. April 2013, was der Lebensmittelindustrie in der EU Zeit gibt, sich an die neuen Vorschriften anzupassen. Alle Aromastoffe, die nicht in der Liste aufgeführt sind, sind nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten verboten.

Die neue Liste umfasst über 2100 zulässige Aromastoffe. Weitere 400 bleiben vorläufig in Verkehr, bis die EFSA ihre Bewertung abgeschlossen hat. Diese Stoffe sind seit langem in Gebrauch und wurden von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen bereits als sicher bewertet.

2. Verordnung (EU) Nr. 873/2012 der Kommission über Übergangsmaßnahmen bezüglich der Unionsliste der Aromen und Ausgangsstoffe gemäß Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008. Diese Verordnung gilt ab dem 22. Oktober 2012.

Diese zweite Verordnung betrifft Übergangsmaßnahmen für andere Aromastoffe wie Aromen aus Ausgangsstoffen, die keine Lebensmittel sind; sie gilt ab dem 22. Oktober 2012.

VO 872-2012 Aromenliste
VO 873-2012 Übergangsmassnahmen

Nationale und europäische Sicherheitsbewertungen – Erhalt einer harmonisierten europäischen Regelung wünschenswert

Die Sicherheit der Verwendung von Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien wird seit längerer Zeit kontrovers diskutiert. Die von einigen EU-Mitgliedstaaten geplanten nationalen Alleingänge zu Einschränkungen der Verwendung von Bisphenol A stellen aber mitnichten eine Lösung für eine anzustrebende harmonisierte europäische Regelung dar.

Den gesamten Artikel gibt es in der DLR 07/2012.